Differenzbesteuerung: wo du einkaufst, entscheidet über deine Steuer
Ein differenzbesteuertes Auto ist keine Fahrzeugart. Es ist eine Folge davon, bei wem du kaufst. Kaufst du von privat, darfst du die Differenzbesteuerung anwenden und zahlst Umsatzsteuer auf deinen Gewinn statt auf den vollen Verkaufspreis. Wo du einkaufst, ist damit kein Detail, sondern der Anfang deiner Rechnung.
Was Differenzbesteuerung bedeutet
Bei der Differenzbesteuerung rechnest du die Umsatzsteuer auf den Unterschied zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis ab, nicht auf den vollen Verkaufspreis. Diese Steuer steckt in deiner Marge, du schlägst sie also nicht obendrauf.
Die Regelung gibt es, weil auf dieses Auto schon einmal Umsatzsteuer gezahlt wurde, vom Privatkäufer, der es neu gekauft hat. Ohne sie würde dasselbe Auto bei jedem Weiterverkauf erneut voll besteuert.
Wann du sie anwenden darfst
Die Grundregel ist einfach: der Verkäufer konnte selbst keine Vorsteuer abziehen. In der Praxis geht es um diese Gruppen:
- eine Privatperson, mit Abstand die größte Gruppe
- ein von der Umsatzsteuer befreiter Unternehmer
- ein anderer Händler, der das Auto selbst differenzbesteuert verkauft
Kaufst du bei einem vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmer, ist es ein regelbesteuertes Auto und die Differenzbesteuerung gilt nicht. Du verkaufst es dann mit Umsatzsteuer auf den vollen Preis.
In Deutschland heißt das Differenzbesteuerung, in den Niederlanden margeregeling und in Belgien Gewinnmargenregelung. Der Kern ist in allen drei derselbe.
Ein Beispiel
Du kaufst ein Auto von privat für 8.000 Euro und verkaufst es für 10.000 Euro. Deine Marge beträgt 2.000 Euro. Bei einem Satz von 19 Prozent führst du 19/119 dieser Marge ab, also rund 319 Euro. Es bleiben über 1.680 Euro.
Dasselbe Auto regelbesteuert: du rechnest 19 Prozent auf die vollen 10.000 Euro. Das ist eine völlig andere Zahl, und genau deshalb schaut ein Händler zuerst auf den Verkäufer und erst danach auf das Auto.
Woher diese Autos kommen
Differenzbesteuerte Autos kommen von Privatverkäufern. Du findest sie also nicht im Händlerbestand oder auf einer Handelsplattform, sondern zwischen den ganz normalen Inseraten auf Mobile.de, AutoScout24, 2dehands und Marktplaats.
Und da liegt das eigentliche Problem. Ein scharf kalkuliertes Privatinserat ist oft binnen einer Stunde weg. Wer fünf Marktplätze von Hand aktualisiert, kommt zwangsläufig als Zweiter.
Häufige Fragen
Was ist ein differenzbesteuertes Auto?
Ein Auto, das du von jemandem kaufst, der keine Vorsteuer abziehen konnte, meist einer Privatperson. Du verkaufst es dann differenzbesteuert und zahlst Umsatzsteuer auf deine Marge statt auf den vollen Verkaufspreis.
Was ist der Vorteil?
Du zahlst Umsatzsteuer auf den Unterschied zwischen Einkauf und Verkauf, nicht auf den vollen Verkaufspreis. Bei einem Auto für 10.000 Euro mit 2.000 Euro Marge ist das ein Vielfaches an Unterschied.
Kann ein differenzbesteuertes Auto regelbesteuert werden?
Nein, nicht einfach so. Der Charakter folgt aus dem Einkauf. Ein differenzbesteuert gekauftes Auto verkaufst du differenzbesteuert. Bei Zweifeln an einem konkreten Fahrzeug frag deinen Steuerberater.
Kann ich als Privatperson ein differenzbesteuertes Auto kaufen?
Ja. Für dich als Käufer ändert das nichts: du zahlst schlicht den geforderten Preis. Der Unterschied liegt darin, was der Verkäufer ans Finanzamt abführt und ob er Umsatzsteuer auf die Rechnung schreiben darf.
Wo finde ich Autos von privat?
Auf den normalen Inserateplattformen, mitten zwischen dem Händlerbestand. Autoflip filtert private Inserate auf fünf Plattformen gleichzeitig heraus und schickt dir binnen Sekunden eine Nachricht.
Diese Seite erklärt die Grundregeln und ist keine Steuerberatung. Für deine Situation, und erst recht bei Import, Export oder grenzüberschreitendem Handel, frag deinen Steuerberater oder das Finanzamt.
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